Ostern steht vor der Tür und ich wollte die BewohnerInnen der Seniorenhäuser, in denen ich tätig bin, gerne auf das Osterfest einstimmen. So probierte ich mal etwas ganz anderes aus.

Im Internet traf ich auf die Geschichte „Was Hannchen im Walde erlebte“, eine rührende Ostergeschichte von Elsbeth Montzheimer aus dem Jahre 1923, in der ein armes Mädchen, das stellvertretend für seine Mutter Botengänge erledigt, für seine Demut belohnt wird. Hannchen erhält vom Osterhasen goldene Eier, die die Not der Familie lindern, und lehrt Werte wie Herzensgüte und Vertrauen.
Beim Lesen kam mir der Gedanke, dass ich diese Geschichte musikalisch am Klavier untermalen könnte und genau das tat ich. Ohne viel Vorbereitung, auf spontane Impulse vertrauend. In diesem Märchen tauchen Tiere, Blumen, Regenbogen, ein hämmernder Specht, ein hüpfender Hase, ein Eier bemalender Zwerg u.v.m. auf, die man richtig gut vertonen kann. Inmitten der Geschichte legten wir kleine Päuschen ein und sangen Frühlingslieder, welche das Ganze nochmal auflockerten. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht und ich hätte nicht gedacht -wenn man bedenkt, dass auch viele dementiell veränderte Menschen an meiner Gruppe teilnehmen- dass es so ruhig und die Anwesenden so aufmerksam sein würden. Man hätte förmlich eine Stecknadel fallen hören, so leise war es.
Ein ganz besonderes Erlebnis für mich und gleichzeitig eine Ermutigung, immer mal wieder etwas Neues auszuprobieren. Viele BewohnerInnen kamen anschließend auf mich zu und äußerten, dass ihnen diese Stunde ganz besonders gut gefallen hätte. Es muss nicht immer nur Entertainment sein, die kleinen leisen Momente sind so besonders – vor allem in lauten Zeiten wie diesen.
Ich bin dankbar, dass ich diese Arbeit ausüben darf und nicht müde werde.
FROHE OSTERN 🐣